Die Ungeduld der Anleger

Einer aktuellen Umfrage von Legg Mason Global Investment nach sind sehr wenige Anleger bereit, einem Fonds auch bei schlechter Performance Zeit zur Entwicklung zu geben. Die Studie hat deutsche Anleger befragt: 60% würden innerhalb eines Jahres wieder verkaufen, wenn es mit den Kursen zu weit nach Süden geht. Wobei die Schmerzgrenze bei 14,7% liegt. Bei Befragten der Altersgruppe 18 bis 39 sind es sogar 70%, allerdings liegt die Verlustgrenze bei 17,5%. Innerhalb von 3 Monaten würden sogar 29% gleich wieder verkaufen.

Jetzt gilt natürlich die Anlegerregel je mehr Zeit umso besser die Erträge. Also gerade im jugendlichen Alter könnte man solche Verluste einfach aussitzen, anstatt den Verlust tatsächlich durch einen Verkauf zu realisieren.

Auf der anderen Seite weiß man ja nie, ob die Kurse noch weiter fallen oder schon wieder kurz vor einer Erholung stehen. Fallen sie weiter, ist es natürlich vernünftig auszusteigen und auf die Talsohle zu warten, um dann wieder einzusteigen.

Wenn man seinen Verlust begrenzen möchte, gilt es folgendes zu beachten:

  1. Der Verkauf erfolgt automatisiert bei einer festen Grenze durch eine Börsenorder
  2. der Verkauf darf keine Spesen verursachen
  3. das Geld bleibt am Verrechnungskonto und wandert nicht auf das normale Girokonto – die Gefahr, dass es ausgegeben wird, ist sonst groß
  4. Wenn der Markt wieder einen Trend nach oben zeigt, wird wieder eingekauft – auch dieser Kauf darf keine größeren Spesen verursachen

Wenn man also seine Nerven nur bis zu einer bestimmten Grenze strapazieren möchte, dann kann man sich vor den großen Kurseinbrüchen absichern. Man sollte die Verlustgrenze nicht zu eng setzen, um nicht schon bei einer kleinen Turbulenz ausgestoppt (so nennt man den automatischen Verkauf) zu werden.

kurs mit verlustbegrenzungDie Verlustgrenze wird so gesetzt, dass sie dem Kurs nach oben folgt, aber nach unten stabil bleibt. Damit passt sie sich steigenden Kursen an.

Je kürzer die geplante Veranlagungsdauer ist, umso enger würde ich die Grenze setzen. Je länger umso weiter. Aber es ist eine individuelle Entscheidung jedes Anlegers, wo die Schmerzgrenze liegt.

Wichtig ist, dass bei steigenden Kursen wieder gekauft wird. Wer zu lange wartet, verpasst den Aufschwung.
Aber dafür hat man ja seinen Anlageberater, der einem hilfreich zur Seite steht 🙂

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