Für eine Veranlagung doppelt zahlen?

Für Fonds doppelt zahlenEin neuer Kunde hat mir einen Anlagevorschlag einer großen österreichischen Bank vorgelegt. Das Ziel des Kunden war einfach: rd. 500.000€ veranlagen und damit in neun Jahren seinen endfälligen Frankenkredit tilgen.

Der Vorschlag der Bank, verpackt in einem zentimeterdicken Papierstapel, enthielt natürlich nur jene Produkte, für die es eine Provisionsvereinbarung zwischen Bank und Fondsgesellschaft gibt. Soweit so normal.

Spannend wurde es bei den Kosteninformationen:

Vorgeschlagen wurde unter anderem ein Dachfonds, der intern in kostengünstige ETF investiert. Der Kunden allerdings muss dafür zweimal Ausgabeaufschlag zahlen: einmal an die Fondsgesellschaft und einmal an die Bank. In Summe rd. 8%. Weiters verrechnet die Fondsgesellschaft jährlich 2,5% Verwaltungskosten UND die Bank auch noch 1,38%. Und bei der Rücknahme möchte die Bank auch nochmal gerne 1,78% vom Volumen.

Selbstverständlich wurde eine fondsgebundene Lebensversicherung vorgeschlagen, obwohl der Kunde bereits zwei ähnliche Produkte seit Jahren bespart.

Auch ein spezieller Immobilienfonds war dabei: Ausgabeaufschlag über 7%! In diesen wurde natürlich einer der größten Brocken vom ganzen Investment hinein geplant. Wer hier an eine Provisionsmaximierung denkt, liegt wahrscheinlich nicht ganz falsch.

In dieser Art wurde ein Portfolio aufgebaut, dass für den Kunden im ersten Jahr 10% an Kosten erzeugt und lfd. jährlich 3%.

Jetzt ist der Kunde informiert und weiß, was so eine Veranlagung tatsächlich kostet (keine Ausgabeaufschläge und pro Jahr rd. 0,4%). Das für ihn neu erstellte Portfolio orientiert sich an der Aufteilung am Vorschlag der Bank (damit niemand behaupten kann, es wäre zu riskant und für eine Kreditbesicherung nicht geeignet) und wird demnächst der Bank präsentiert. Der Kunde wird bei diesem Termin kompetent durch uns unterstützt und begleitet. Dabei werden die Bankspesen sicher ein Diskussionsthema sein, denn vieles ist verhandelbar.

Man sieht, eine unabhängige Honorarberatung zahlt sich aus. Das Honorar für die Beratung fällt in Relation zu den eingesparten Kosten nicht ins Gewicht.

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