Gemanagter Fonds vs. ETF – die Transaktionskosten

Wenn gemanagte Fonds Geld von den Kunden erhalten, dann müssen sie neue Fondsanteile auflegen und dementsprechend ihr Portfolio aufstocken. Aufstocken bedeutet Aktien (oder Anleihen) kaufen. Kaufen kostet eine Gebühr. Diese Gebühr wird auf ALLE Kunden aufgeteilt. Auch die andere Richtung, das Verkaufen, verursacht Kosten. Wenn also ein Großanleger sein Portfolio umschichtet und einen großeren Brocken verkauft, dann muss das Fondsmanagement (wenn die „Portokasse“ nicht reicht) investierte Anteile verkaufen. Kostet auch wieder Geld.
Dummerweise kann so etwas innerhalb weniger Tage passieren: Rein und Raus. Bezahlen müssen das alle Anleger. Also ist an den hohen Transaktionskosten oft nicht das Fondsmanagement Schuld, sondern das Verhalten der Anleger. Würde mehr längerfristig investiert, könnten die Kosten gesenkt werden.
Es bewahrheitet sich die alte Weisheit: Hin und her macht Taschen leer
Passive Fonds (ETF) gehen anders vor. Hier kauft und verkauft der Anleger nicht bei der Fondsgesellschaft, sondern bei einem „Market Maker“. Dieser Market Maker arbeitet direkt an der Börse und verkauft dem Kunden Fondsanteile. Sind keine Anteile verfügbar, dann stellt der Market Maker dem ETF die notwendigen Aktien oder Anleihen zur Verfügung, dadurch entstehen neue Fondsanteile, die an den Kunden weitergegeben werden.
Und die Kosten? Da die Anteile direkt an der Börse gehandelt werden, bezahlt der jeweilige Kunde selber die Gebühren (über die Geld-Brief-Spanne). Eine Umverteilung der Kosten auf alle Anleger erfolgt nicht. Die Gebühren in Verbindung mit einem günstigen Depot sind relativ gering (abhängig von der investierten Summe).

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