Tulpenhysterie

Wie eine Blume ein ganzes Land fast in den Ruin stürzte

TulpenstraußEs ist knapp 400 Jahre her, da kam eine besondere Blume aus Asien nach Europa: die Tulpe. Im 17. Jhdt. wurde diese Blume in Holland teurer gehandelt als Gold.

Wie kam es dazu?

Tulpen haben die Eigenschaft, dass ihre Blütenfarbe (zur damaligen Zeit) nicht exakt vorhergesagt werden konnte. Grund ist der sogenannte Mosaikvirus, der durch Blattläuse übertragen wird und die verschiedenen Schattierungen und Formen verursacht.
Daher war es immer ein gewisses Ratespiel, wie die Blüte im Frühjahr aussehen wird: einfarbig, mehrfarbig, gestreift? Niemand wusste das so genau. Und dieser Unsicherheitsfaktor machte spezielle Züchtungen so kostbar.
Die Vermehrung über den Samen dauert sehr lange und bei der Knollenteilung fallen immer nur wenige Stück an.
Daher wurden besondere Tulpenzwiebel um Summen verkauft, um die man ein ganzes Haus hätte bauen können (ein großes Stadthaus, wohlgemerkt). Dieser Handel war natürlich dem Adel und der wohlhabenden Bevölkerung vorbehalten, denn ein normaler Arbeiter konnte sich diese Summen sein ganzes Leben nicht leisten.

Die Tulpe wurde zum Statussymbol. Wer Tulpen in seinem Garten hatte, zeigte seinen Reichtum, denn anders (z.B. durch wertvolle Kleidung) durfte man im calvinistischen Holland nicht protzen, das war streng verpönt.
Da die Blütezeit relativ kurz ist, ließen sich viele ihre Tulpen in eigens angefertigten Büchern porträtieren. Auch eine kostspielige Angelegenheit.

Wer Tulpenzwiebeln züchtete, wurde natürlich schnell reich. Das lockte viele an, die damit ebenfalls ihr Glück machen wollten. Es verdienten die Züchter, aber auch die Auktionshäuser (sozusagen die „Tulpenbörsen“) Unsummen am Handel mit der Knolle.

Spekulanten und Betrüger

Die Kunden mussten dem Lieferanten vertrauen und wurden auch häufig betrogen: was als besonderes Exemplar teuer gekauft wurde, entpuppte sich im nächsten Frühjahr als unscheinbares Standardgewächs.

Dann kam man auf die Idee, Tulpenzwiebel zu kaufen / verkaufen, die noch gar nicht produziert waren, also ein Termingeschäft abzuschließen. Es wurden Kontrakte gehandelt, ohne dass jemals eine reale Zwiebel den Besitzer gewechselt hat.

Das Ende naht

1637 konnten plötzlich die geforderten Preise nicht mehr erzielt werden, das Interesse an der teuren Zwiebel begann abzunehmen. Wer jetzt im Besitz (real oder als Terminkontrakt) von Tulpen war, versuchte diese möglichst rasch abzustoßen und es kam, wie es immer kommt, wenn einer verkaufen muss und keiner kaufen will: der Preis rauscht gegen Süden. Wer nicht mehr rechtzeitig aussteigen konnte, verlor alles: denn viele Käufe wurden auf Kredit gemacht und die eigenen Häuser dafür verpfändet.

Der Staat musste eingreifen, um die anderen Marktbereiche zu schützen. Es wurden Abschlagszahlungen vereinbart – heute würde man so etwas einen „haircut“ nennen.

Und heute?

Sie sehen, unsere aktuellen Finanzkrisen sind ein alter Hut, es war schon alles einmal da. Dazugelernt haben wir relativ wenig.

Auch heute kaufen viele wenn der Trend schon fast an der Umkehr ist und verkaufen mit Verlust.

Auch heute werden auf den Warenbörsen mehr Waren in Form von Terminkontrakten gehandelt, als überhaupt produziert werden.

Auch heute verdient der Handel auf jeden Fall, der Besitzer aber nicht immer. Umgelegt auf einen Investmentfonds: das Management erhält seine Gebühr, egal, wie gut oder schlecht die Performance ist.

Wenn Sie sich an die Subprime Krise erinnern: da wurde mit Immobilien gehandelt, die ihren Preis nicht wert waren. Viele haben gekauft und am Ende standen selbst große Banken mit heruntergelassenen Hosen da.

Und die Moral von der Geschichte: lege nicht alle Zwiebel in einen Korb!
Wenn etwas als der ultimative Veranlagungstipp gehandelt wird, dann sollte man mindestens zweimal darüber nachdenken, ob man da dabei sein möchte.

Heute können Sie aus einer Vielzahl von Produkten wählen und so Ihr Risiko minimieren.

Daher lade ich Sie ein, sich bei einem kostenlosen Erstgespräch über die verschiedenen Möglichkeiten beraten zu lassen.
Sie erreichen mich unter 0699 19047359 oder können sich online einen Termin vereinbaren.

2 thoughts on “Tulpenhysterie

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