Wie wahrscheinlich sind zukünftige Gewinne?

Warten oder Handeln

Sie kennen sicher den Satz, der auf jeder FinanzWebseite (auch meiner) irgendwo steht: „vergangene Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne“. Da keiner von uns im Besitz der allwissenden Glaskugel ist, ist das leider eine Tatsache. Eine Garantie gibt es nicht.

Aus dieser Erkenntnis heraus entscheiden sich viele, alles so zu lassen, wie es ist. Das Geld bleibt am Girokonto oder Sparbuch, bestenfalls noch in einem Bausparer oder einer Lebensversicherung. Da kann nichts passieren.

Sehen Sie das Thema einmal aus einer anderen Perspektive:

Jeder Autofahrer weiß, dass man in einer schmalen Gasse immer mit einem Fußgänger rechnen muss, der, ohne zu schauen, auf die Fahrbahn tritt. Nichts schlimmeres, wenn es ein Kind ist, dass wenige Meter vor dem Auto auf die Straße rennt. Als Konsequenz daraus dürfte man (zumindest im Wohngebiet) maximal im Schritttempo fahren, um immer rechtzeitig stehenbleiben zu können. Macht das jemand von Ihnen? Vermutlich nicht, denn dann kann man sein Auto gleich verkaufen und zu Fuß gehen.
Aber warum tun wir das nicht? Ich meine, wir machen es deswegen nicht, weil uns so ein Vorfall noch nie passiert ist! Weil wir die Wahrscheinlichkeit für so einen Vorfall als so gering einschätzen, dass wir trotzdem mit dem Auto durch die Gasse fahren. Aufmerksam zwar, aber im schlimmsten Fall immer noch zu schnell. Wir lernen aus der Vergangenheit für die Zukunft. Irgendwann kann diese Einschätzung einmal falsch sein und es passiert das Unvermeidliche, aber bis dahin werden wir weiterhin mit dem Auto fahren.

Und warum erzähle ich Ihnen das?
Wenn ich jemandem die Entwicklung eines Investmentfonds aus den letzten Jahren zeige, dann höre ich als Gegenargument: ja aber ob das in Zukunft auch wieder so sein wird, weiß doch keiner. Das ist zu unsicher, das will ich nicht!
Eigenartig, oder? Denn wenn es die letzten Jahre funktioniert hat, sollte man doch (siehe oben) daraus ableiten können, dass es in ähnlicher Form auch so weitergehen wird. Natürlich wird es immer einmal mehr bergauf und einmal mehr bergab gehen. Es zählt jedoch der langfristige Trend über viele Jahre und nicht der kurzfristige Trend der jüngeren Vergangenheit.
Wir überschätzen gerne, was kurzfristig möglich ist und unterschätzen meist die langfristigen Möglichkeiten.

Wer sich nicht heute entscheidet, sondern lieber einmal abwartet und beobachtet, wird sich in ein paar Jahren wieder nicht entscheiden. Egal wie gut die verschiedenen Veranlagungen gelaufen sind, denn er oder sie wird wieder gleich argumentieren. Das ist ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt.

Wer nie beginnt, wird nie Gewinne machen. Ganz einfach.

Darum mein Rat: Fangen Sie lieber heute an als morgen – jeder Tag zählt! Lassen Sie sich beraten.

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