Wir sparen uns arm

Trockene ZeitenWie schon des Öfteren festgestellt und jetzt wieder durch eine aktuelle Studie belegt, leben wir in Österreich am Ende der Nahrungskette was die Erträge der Sparguthaben betrifft. Dummerweise sind die Preise bei uns höher als bei den Nachbarn. Damit sind wir gleich zweimal „gestraft“.

Gegen die Preisdifferenz kann man als Einzelner nichts tun, denn Lebensmittel muss man nun einmal einkaufen. Aber gegen die schlechten Erträge der Sparguthaben gibt es eine Lösung.

Hier kurz das Ergebnis der Studie: Die Niederländer erhielten seit 2010 im Durchschnitt 7,2% Rendite pro Jahr, die Österreicher nur 2,6%. Wenn man jetzt noch die länderspezifischen Inflationsraten abzieht, bleiben uns nur magere 0,3% im Gegensatz zu 5,4% in den Niederlanden.

Wieso? Ganz klar: wir sparen hauptsächlich über Sparbücher und ähnliche Geldwertprodukte. Durch die niedrigen Zinsen der letzten Jahre bleibt da unter dem Strich nichts über. Wer auf die große Erholung wartet, kann sich auf eine lange Wartezeit einrichten. Solange die Wirtschaft in Europa nicht ordentlich anzieht, bleiben die Zinsen unten. Und steigen dann einmal Wirtschaftsleistung und Zinsen, steigt auch wieder die Inflationsrate an.

Was tun die Niederländer? Sie sparen ZUSÄTZLICH in Aktien(fonds).

Interessant ist, dass bei uns der Unterschied zwischen den Einkommensklassen in Punkto Sparertrag sehr gering ist (ärmste Gruppe 1,7%, reichste Gruppe 2,2%). Damit liegen die „Reichen“ gerade noch über der Inflation und erreichen zumindest einen Kapitalerhalt, aber kaum mehr. Ab einigen Millionen auf der hohen Kante kann das ausreichend sein.

Ich frage mich nun, was machen die Finanzberater in anderen Ländern besser, so dass mehr Kunden auf ihren Rat hören und einen Teil des Geldes in die Wirtschaft investieren? Hier in Österreich ist anscheinend das Streben nach der absoluten Kapitalsicherheit so stark, dass alle anderen Überlegungen verdrängt werden. Bei den Niederländern ist trotz ihrer historischen Erfahrungen eine wesentlich größere Bereitschaft da, etwas zu riskieren und dadurch bessere Renditen zu erwirtschaften.

PS: zum Thema „Wann steigen die Zinsen“ hier ein Weihnachtsgedicht von Fidelity 🙂

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